Diagnose des Leberkrebses

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Diagnose des Leberkrebses

Besteht der Verdacht auf Leberkrebs, gibt es verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten, die durchgeführt werden können, um die Diagnose zu sichern. In der Regel finden mehrere Methoden Anwendung, um ein sicheres und aussagekräftiges Ergebnis zu erzielen. Grundsätzlich kann in drei große Diagnoseverfahren unterschieden werden:

  • Bildgebende Verfahren (Ultraschall, MRT, CT)
  • Entnahme und Untersuchung von Gewebe (Biopsie)
  • Blutuntersuchung

Bildgebende Verfahren

  • Ultraschall (Sonographie)

Der Ultraschall ist ein einfaches und sehr schnell durchzuführendes Diagnoseverfahren. Ein Ultraschallgerät arbeitet mit Schallwellen. Über einen Schallkopf werden die Wellen auf das darunterliegende Gewebe übertragen. Geschädigtes Gewebe oder ein Tumor haben eine andere Oberflächenstruktur als gesundes Gewebe. Die Schallwellen werden demnach unterschiedlich reflektiert. Auf dem Monitor des Gerätes werden diese unterschiedlichen Reflexionen als Bild sichtbar. Mit dem Ultraschall lässt sich auch feststellen, ob es eine Wasseransammlung im Bauchraum gibt und ob sich Auffälligkeiten bei anderen Bauchorganen (Magen, Milz etc.) zeigen. Die Ergebnisse des Ultraschalls sind nicht immer sehr genau, daher wird meistens noch ein zweites bildgebendes Verfahren angewendet.

  • CT (Computertomographie)

Der Computertomograph ist eigentlich ein großes Röntgengerät. Im Gegensatz zu einem einfachen Röntgengerät nimmt der CT die Organe aus verschiedenen Positionen und in Schichten auf. Auf den entstandenen Aufnahmen lassen sich einzelne Organe bildlich und räumlich darstellen.

  • MRT (Magnetresonanztomographie)

Die Magnetresonanztomographie ist auch als Kernspinntomographie bekannt. Sie basiert nicht auf Röntgenstrahlen, sondern arbeitet mit Magnetfeldern. Eine MRT liefert dem Arzt vor allem bei Organuntersuchungen ein sehr genaues Bild der zu untersuchenden Körperregion. Die Untersuchung dauert in der Regel länger als eine CT oder Ultraschalluntersuchung (circa 20 Minuten). Als unangenehm kann empfunden werden, dass bei einem MRT der ganze Körper von einer Röhre umschlossen ist. Zudem sind während der Aufnahmen laute Klopfgeräusche zu hören. Diese sind aber durch Kopfhörer gut reduzierbar. Die Vorteile der MRT gegenüber dem CT liegen darin, dass Patienten keinen Röntgenstrahlen ausgesetzt und die Untersuchungsergebnisse meist sehr genau sind.

Kontrastmittel bei bildgebenden Verfahren

Bei der Diagnostik von Leberkrebs sind die Größe, die Anzahl und die Lage der Tumore mit entscheidend für die Auswahl der Therapiemöglichkeiten. Kontrastmittel helfen, die Organe und die Tumore besser sichtbar zu machen und somit die Aussagekraft der Aufnahmen zu verbessern. Sie können sowohl beim einfachen Ultraschall als auch bei einer Untersuchung im Magnetresonanztomographen (MRT) oder im Computertomographen zum Einsatz kommen.

Wenn in zwei bildgebenden Untersuchungen festgestellt wird, dass die Tumore kleiner als ein Zentimeter im Durchmesser sind, sollte zusätzlich eine Gewebeentnahme (Biopsie) erfolgen, um die Diagnose abzusichern. Die Absicherung über eine Biopsie sollte auch erfolgen, wenn die Diagnose Leberkrebs nicht eindeutig gestellt werden kann. Sind die Tumore größer als ein Zentimeter, reichen die bildgebenden Verfahren in der Regel aus, um eine klare Diagnose zu stellen.

Entnahme und Untersuchung von Gewebe (Biopsie)

Die Biopsie dient in erster Linie dazu, verdächtiges Gewebe aus der Leber zu entnehmen, damit es genauer untersucht werden kann. Das entnommene Gewebe wird von einem Pathologen mikroskopisch untersucht. Auf diese Weise kann festgestellt werden, ob das untersuchte Gewebe Krebszellen enthält, der Tumor gut oder bösartig ist oder es sich sogar um gesundes Gewebe handelt. Eine Biopsie ist immer dann sinnvoll, wenn die bildgebenden Verfahren (Ultraschall, MRT und CT) keine eindeutige Diagnose zulassen oder die Tumore zu klein sind (unter einem Zentimeter Durchmesser).

Die Durchführung einer Biopsie erfolgt mit Hilfe einer Hohlnadel, die durch den Bauchraum in die Leber eingeführt wird. Der Vorgang wird mit Ultraschall oder CT begleitet. So ist sichergestellt, dass das Gewebe an der richtigen Stelle entnommen wird. Die Bauchdecke selbst wird lokal betäubt. Der Eingriff ist in aller Regel schmerzfrei. Meistens findet die Biopsie ambulant statt. Im direkten Anschluss muss der Patient noch einige Zeit ruhig liegen bleiben, da es zu Nachblutungen kommen kann. Das ist jedoch selten der Fall. Eine durch den Facharzt durchgeführte Biopsie gilt heute als Routineeingriff, der mit einem sehr geringen Risiko für Komplikationen verbunden ist.  

Blutuntersuchung

Die Untersuchung des Blutes ist eine weitere Methode zur Diagnose von Leberkrebs. Mit Hilfe von sogenannten „Tumormarkern“ kann festgestellt werden, ob Tumore vorhanden sind. Leider sind Tumormarker allein nicht aussagekräftig. Auch bei Entzündungen im Körper können Tumormarker erhöht sein. Ein erhöhter Tumormarker ist somit kein eindeutiges Merkmal für Leberkrebs. Bei Verdacht auf Leberkrebs wird das Blut häufig auf den Tumormarker AFP (Alpha-Fetoprotein) untersucht. In der Regel wird der AFP nicht zur Erst-Diagnostik des Leberkrebses eingesetzt. Er kann aber zur Verlaufskontrolle der Tumorerkrankung hilfreich sein.