Resektion

Bei der Resektion handelt es sich um einen operativen Eingriff, bei dem der Tumor und ein Teil des umliegenden Lebergewebes entfernt werden. In der Fachsprache wird deshalb häufig der Begriff der Teilresektion verwendet. Wenn neben dem Tumor zusätzlich das umliegende Gewebe entfernt wird, kann verhindert werden, dass mögliche kleine und noch nicht sichtbare Tumore zurückbleiben. Leider gibt es trotz einer großzügigen Entfernung keine Garantie dafür, dass der Leberkrebs nach einer Zeit nicht erneut auftritt.

Wie bei jeder Therapiemethode gibt es Umstände, bei denen eine Resektion nicht sinnvoll ist:

  • Wenn der Tumor bereits in andere Organe gestreut hat oder die Lymphgefäße betroffen sind
  • Wenn der Tumor in die Pfortader oder Lebervene eingewachsen ist
  • Wenn zu viel Lebergewebe entfernt werden muss und somit die ausreichende Funktionsfähigkeit der Leber nicht mehr gegeben ist
  • Wenn der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten einen operativen Eingriff nicht zulässt

Für jede Therapieform gibt es weitere absolute und relative Ausschlusskriterien. So auch bei der Resektion. Diese sind sehr spezifisch und müssen mit dem behandelnden Ärzteteam gemeinsam besprochen werden.

Patienten mit einer Leberzirrhose oder einer Leberfunktionsstörung sind nicht grundsätzlich von Operationen ausgeschlossen. Je schlechter jedoch die Leberfunktion ist, desto höher ist das Operationsrisiko.

Um dieses Risiko in Bezug auf die Leberfunktion genau einschätzen zu können, sollte eine detaillierte Bestimmung der Leberfunktion durch einen Hepatologen erfolgen. In der letzten Zeit wurden nicht-invasive Verfahren entwickelt, die bei der Einschätzung zusätzlich unterstützen können. Insbesondere vor einer Operation kann dafür der sogenannte "LIMAX-Test" durchgeführt werden.

Untersuchung des entfernten Gewebes

Das entfernte Gewebe wird zu einer weiteren Untersuchung in die Pathologie gegeben. Es wird dabei untersucht, ob sich darin noch weitere Tumorzellen befinden. Die Einteilung des jeweiligen Ergebnisses geschieht nach folgendem Schema:

R0

Keine Tumorzellen zu finden

R1

Mikroskopisch erkennbare Tumorzellen

R2

Mit bloßem Auge erkennbare Tumorzellen

Das Ergebnis R0 ist optimal und der Patient kann in das Nachsorgeprogramm übergeleitet werden. Bei einem R1- und einem R2-Ergebnis ist die Gefahr groß, dass der Krebs wiederkommt. Es muss überlegt werden, welche Weiterbehandlung in Frage kommt.

Komplikationen während und nach einer Leber-Resektion

Trotz sorgfältiger Vorbereitung bedeutet jede Operation ein gewisses Risiko. Die Leber ist ein stark durchblutetes Organ. Während der Operation kann es deshalb zu einem größeren Blutverlust kommen und die Gabe von Bluttransfusionen notwendig machen. Der operative Eingriff dauert meistens länger als vier Stunden. Bei Patienten, deren allgemeine körperliche Verfassung nicht gut ist, kann es während dieser Zeit auch zu Komplikationen in Form von Nieren-, Leber- oder Herzversagen kommen. Diese Fälle sind jedoch sehr selten. Nach der Operation können Entzündungen im Bauchraum oder in der Bauchhöhle auftreten. Weitere mögliche Komplikationen sind u. a. Wundheilungsstörungen.

Je erfahrener der Chirurg und das Operationsteam sind, desto seltener treten Komplikationen auf.

Nachsorge Resektion

Nach einer erfolgreichen Resektion wird der Patient in ein Nachsorgeprogramm überführt. Dieses erfolgt individuell und kann sich über mehrere Jahre erstrecken. Innerhalb dieser Zeit wird in Abständen von drei bis vier Monaten kontrolliert, ob der Tumor erfolgreich entfernt werden konnte. Mögliche Rezidive (Wiederauftreten des Krebses) können dann frühzeitig erkannt werden.

Die Untersuchungen der Nachsorge umfassen in der Regel die bildgebenden Verfahren, wie die Magnetresonanztomographie (MRT) oder die Computertomographie (CT). Zusätzlich sollte über eine Blutabnahme der Tumormarker alpha-Fetoprotein (AFP) kontrolliert werden.

Wenn im Rahmen der Nachsorge kein Tumor mehr aufgetreten ist, wird der Patient wieder in das regelmäßige Früherkennungsverfahren übergeleitet. Untersuchungen im Rahmen der Krebsfrüherkennung sollten alle sechs Monate stattfinden.

LiMAX-Test

Exkurs LiMAX-Test

Der LiMAX-Test dient der Überprüfung der Leberfunktion. Warum wird der Test durchgeführt?

Die Überprüfung der Leberfunktion und der tatsächliche Beginn der Behandlung erfolgen nicht immer unmittelbar hintereinander. Um Festzustellen, ob sich während dieser Zeit Veränderungen ergeben haben, die zu berücksichtigen sind, kann der LiMAX-Test eingesetzt werden. Das ist besonders häufig vor operativen Eingriffen wie der Resektion der Fall.

Wie funktioniert der LiMAX-Test?

Zunächst bekommt der Patient eine Lösung mit sogenannten 13C-Methacetin gespritzt. Das ist ein Molekül, bei dem einige Kohlenstoffatome gewissermaßen markiert sind – sie haben einen schwereren Kern als die meisten anderen Kohlenstoffatome. In gesunden Leberzellen bauen Enzyme 13C-Methacetin rasch zu Paracetamol ab und der markierte Kohlenstoff wird freigesetzt. Er gelangt über das Blut in die Lunge, wo er in die Atemluft übergeht.
Dort leitet eine Atemmaske die Luft in ein Messgerät, das mithilfe eines Infrarotlasers die relative Menge des schwereren 13-wertigen Kohlenstoffs bestimmt. An den Ergebnissen lässt sich ablesen, wie gut die Leber funktioniert: Je größer die Menge des schweren Kohlenstoffs in der Atemluft ist, desto mehr 13C-Methacetin wurde abgebaut – und desto gesünder ist die Leber. Der Test ermöglicht nach 30 Minuten ein Ergebnis und ist somit unmittelbar und gut vor operativen Eingriffen anwendbar.