Transarterielle Chemoembolisation (TACE)

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Transarterielle Chemoembolisation

Die Transarterielle Chemoembolisation wird häufig bei palliativen Fällen angewendet. Die Behandlung erfolgt direkt am Tumor und kann als lokale Chemotherapie bezeichnet werden. Die TACE hat das Ziel, die Blut- und Nährstoffversorgung des Tumors zu unterbinden und ihn somit am Wachstum (Zellteilung) zu hindern. Gleichzeitig soll bewirkt werden, dass die Tumorzellen absterben und der Tumor kleiner wird.

Die TACE eignet sich besonders für Patienten, wenn sie

  • nicht für ein kuratives Verfahren in Frage kommen.
  • einzelne oder mehrere Tumore in der Leber haben, die klar umrissen sind (ein bis vier Tumore mit einer Größe von bis zu sieben bis acht Zentimetern und keine Metastasen außerhalb der Leber haben (Ausnahmen von dieser Empfehlung sind möglich).
  • eine Zirrhose im Stadium Child-Pugh A (milde Zirrhose) haben, im Einzelfall auch im Stadium Child-Pugh B (moderate bis starke Zirrhose).
  • sich in guter körperlicher Verfassung befinden.

Für jede Therapieform gibt es unterschiedliche absolute und relative Ausschlusskriterien. So auch bei der TACE. Diese sind sehr spezifisch und müssen mit dem behandelnden Ärzteteam gemeinsam besprochen werden.

In einigen Fällen kann die TACE auch dazu genutzt werden, den Leberkrebs soweit einzudämmen, dass eine Weiterbehandlung mit einem sogenannten kurativen Verfahren (RFA, Resektion, Transplantation) wieder möglich ist. Diese Vorgehensweise wird „Downstaging“ genannt. Zudem kommt die TACE manchmal auch zum Einsatz, wenn die Wartezeit bis zur Transplantation überbrückt werden muss. Ziel ist es dann, das Fortschreiten des Leberkrebses zu verhindern und die Voraussetzungen („Mailand-Kriterien“) für eine spätere Transplantation aufrechtzuerhalten. Die TACE ist allerdings auch ein Verfahren, das die Leber insgesamt belastet. In aller Regel sind mehrere Behandlungen notwendig, um den gewünschten Effekt zu erzielen. So kann es je nach Anzahl der TACE-Behandlungen zu unerwünschten Nebeneffekten (z. B. Verschlechterung der Leberfunktion, Abzessbildung in der Leber) kommen. Das kann zur Folge haben, dass – trotz der positiven Wirkung der Behandlung auf den Tumor – ein kuratives Verfahren nicht mehr möglich ist.

Vorgehensweise bei der Transarteriellen Chemoembolisation:

Der Arzt führt einen kleinen Schlauch (Katheter) durch die Leistenarterie bis in die Leber. Unter Kontrastmittelkontrolle wird der Katheder bis unmittelbar an den Tumor herangeführt. Ist er in die richtige Position gebracht, wird ein Medikament in den Tumor eingeleitet. Das Medikament (Zytostatikum) wirkt als lokale Chemotherapie lediglich auf den Tumor und nicht auf die umliegenden gesunden Leberzellen. Das Zytostatikum hemmt die Zellteilung des Tumors. Nachdem das Medikament in den Tumor eingeleitet wurde, wird im Anschluss die Blutzufuhr des Tumors unterbrochen. Dies geschieht durch einen künstlichen Verschluss der Gefäße (Embolisation), die den Tumor mit Nährstoffen versorgen. Dafür werden kleine Partikel eingespritzt, die die Arterien zum Tumor verschließen. Die Kombination aus dem Medikament und der Embolisation haben den Effekt, dass der Tumor am Wachstum gehindert wird und sich sogar verkleinern kann.

Nebenwirkungen der TACE:

Nach einer Transarteriellen Chemoembolisation können gelegentlich Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Fieber auftreten. Diese Symptome klingen nach einigen Tagen ab und können gut mit Medikamenten behandelt werden. Selten kann es zu Aneurysmen (örtlich begrenzte Aufweitung eines Blutgefäßes) oder zu einer Embolisatverschleppung (Verteilung des Verschlussmaterials in andere Gefäße und Organe) kommen.

 

Nachuntersuchung nach der TACE:

In einem Zeitraum von ein bis drei Monaten nach der Behandlung erfolgt mit Hilfe eines CT oder MRT die Prüfung, ob die Anwendung der TACE erfolgreich war. Das Ergebnis wird dann in der Tumorkonferenz vorgestellt. Dort wird entschieden, ob eine weitere TACE sinnvoll ist oder das Therapieverfahren gewechselt werden sollte. Die Experten verwenden für die Einschätzung des bisherigen Therapieerfolges unterschiedliche Klassifikationsverfahren. Sie beinhalten unter anderem, ob der Tumor kleiner, gleichbleibend oder größer geworden ist. Wird eine weitere TACE als erfolgsversprechend eingestuft und die Behandlung von dem Patienten gut vertragen, kann die TACE in Abständen von vier bis zwölf Wochen wiederholt werden.

Besondere TACE Anwendungen: TACE-DEB

Eine Weiterentwicklung der TACE ist die sog. Chemoembolisation mit Drug-Eluting Beads (TACE-DEB). Dies ist ein Verfahren, bei dem die Blutzufuhr des Tumors unterbrochen wird (Embolisation). Dafür werden wie bei der TACE kleine Partikel verwendet. Diese Partikel enthalten zusätzlich ein Medikament. Durch den Verschluss der Blutzufuhr kann das chemotherapeutische Medikament bis zu einer Woche im Tumor wirken. Dieses spezielle Verfahren erfordert viel Erfahrung und wird ausschließlich in hochspezialisierten Zentren durchgeführt. Wenn bei Patienten eine Herzschwäche vorliegt, dann kommt die Therapie der TACE-DEB nicht in Frage.

Embolisation

Bei einer reinen Embolisation wird auf die lokale Chemotherapie verzichtet und lediglich die Blutzufuhr des Tumors unterbrochen. Dieses Verfahren kommt dann zum Einsatz, wenn der Patient das Medikament (Zytostatikum) nicht verträgt oder weitere gesundheitliche Gründe dagegensprechen. Wenn möglich, sollte jedoch die Kombination aus lokaler Chemotherapie und Gefäßverschluss (TACE) erfolgen. Studien haben gezeigt, dass mit der TACE die besseren Therapieergebnisse erzielt werden.

Die möglichen Nebenwirkungen und Nachuntersuchungen der TACE-DEB und der Embolisation sind identisch mit der TACE.